Neurodermitis ist eine entzündliche Hauterkrankung, die chronisch bzw. schubweise auftritt. In den letzten 30 Jahren hat sich die Zahl der Neurodermitiker verdreifacht. Kinder sind deutlich häufiger betroffen als Erwachsene. Man geht davon aus, dass dies auf die verbesserten Lebensumstände und steigende Hygiene zurückzuführen ist. So sind auch Stadtkinder aus sozial besser gestellten Schichten häufiger betroffen. Deren Immunsystem wird nicht mehr ausreichend gefordert und schlägt deshalb oft falschen Alarm. Neurodermitis tritt oft bereits im Säuglingsalter auf – etwa ab dem dritten Lebensmonat – wächst sich in der Regel aber bis zum Vorschulalter aus.
Ein typisches Symptom der Neurodermitis ist die sehr trockene Haut. Die Talgdrüsen in den betroffenen Bereichen arbeiten nur noch eingeschränkt. Die schützenden Substanzen, die im Talg enthalten sind, fehlen bei der Neurodermitis. Das quälendste Symptom der Neurodermitis ist der Juckreiz, der oft mit Schlafstörungen einhergeht. Dies wirkt sich sehr belastend auf das tägliche Familienleben aus. Um den Juckreiz zu lindern, kratzen sich die betroffenen Kinder oft, bis die Haut blutet. Diese aufgekratzten Hautstellen bieten eine „Eintrittspforte“ für Allergene und Krankheitserreger, welche häufig eine Sekundärinfektion auslösen. Die Haut weist entzündete Wunden auf: anfänglich Plaques mit Rötungen und Blasenbildung, dann trockene, gerötete Wunden.
Diese Ekzeme treten typischerweise in den Gelenkbeugen in Erscheinung, so z. B. in den Knie- und Ellbeugen, aber auch an den Handgelenken, am Hals und am Nacken. Bei Babys tritt die Neurodermitis eher im Gesicht, auf den Wangen und am behaarten Kopf in Erscheinung. So ist Milchschorf bei 50 Prozent der betroffenen Babys oft ein erstes Anzeichen für Neurodermitis.
Die Auslöser eines Schubes sind individuell und multifaktoriell. Es gibt praktisch nichts, was nicht auch einen Schub auslösen könnte. Häufige Auslöser sind z. B. Klimafaktoren, Kontakt mit allergieauslösenden Stoffen (z. B. Tierhaaren oder Lebensmittelbestandteilen wie Soja oder Weizen). Aber auch endogene Faktoren wie Stress oder Trauer können einen Schub auslösen. Die Psyche spielt also auch hier eine große Rolle.
Bei Neurodermitis ist die körpereigene Abwehr aus dem Gleichgewicht. Ein eigentlich harmloser Stoff wird als schädlich eingestuft. Bei der Abwehrreaktion werden Antikörper ausgeschüttet, um den vermeintlichen Erreger zu bekämpfen. Diese Antikörper gelangen über Rezeptoren, sogenannte Selektine, zu den Hautzellen. Die Hautzellen schütten parallel dazu Lockstoffe aus, um weitere Antikörper an den Entzündungsort zu lotsen.
Während eines akuten Schubes wird der Hautarzt auf eine kortisonhaltige Creme oder Antibiotika zurückgreifen. In dieser Phase sollte auch keine dermo-kosmetische Pflegecreme verwendet werden, da auf solch gereizter Haut die Verträglichkeit nicht optimal ist. Dermo-kosmetische Produkte können somit den Schub nicht behandeln, ihn aber so lange wie möglich hinauszögern. Dadurch kann die Anzahl der Schübe pro Jahr verringert werden, was bedeutet, dass der Patient mit weniger Kortison auskommt und sein Leidensdruck verringert wird.
Deshalb ist in den Phasen außerhalb des Schubes eine sorgfältige Hautpflege von höchster Bedeutung. Die Haut sollte mit reichhaltigen Pflegeprodukten in ausreichender Menge gepflegt werden. Für die Hautreinigung sollte auf rückfettende Produkte zurückgegriffen werden, die hochverträgliche und milde Waschsubstanzen enthalten.
Thermalkuren verfügen über anerkannte heilende Eigenschaften – und das ganz ohne Nebenwirkungen. Sie sind somit bereits für Säuglinge eine wohltuende Therapie.
Die Avène Thermalklinik ist seit über zwei Jahrhunderten auf die dermatologische Behandlung von empfindlichen Hauttypen spezialisiert. 1874 wurde die Avène Thermalquelle vom französischen Staat als Heilquelle anerkannt und schon bald kamen viele Patienten zur Kur nach Avène. Heute werden in der Avène Thermalklinik jährlich über 4.000 Patienten mit Neurodermitis, Psoriasis, Verbrennungen oder Vernarbungsstörungen behandelt.
Die langjährigen Erfahrungen bei der Behandlung von Neurodermitis flossen auch in die Entwicklung der neuen Pflegelinie TriXéra+
1. Ablenkung: Wenn zum Beispiel der rechte Arm juckt, kann das Kind den linken Arm unter kühles Wasser halten. Das kann den Juckreiz im rechten Arm tatsächlich stoppen, weil der Temperaturunterschied die Impulse zwischen "Jucknerven" und Hirn unterbricht.
2. Kratzalternativen üben: Zupfen und Streicheln, Reiben und Kneifen der Haut um die juckenden Stellen herum können das Kratzen ersetzen. Auf kurze und saubere Fingernägel achten!
3. Nicht gleich eingreifen. Wenn Sie das Kratzen nur drei Sekunden aushalten, verringern Sie das Risiko, dass Ihr Kind sich das Kratzen nur angewöhnt, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen.
4. Für die Nacht eventuell Baumwollhandschuhe anziehen, damit sich Ihr Kind nicht im Schlaf kratzt.
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